Neue Werke im Zeichen der Menschenwürde

Die zeitgenössische, aktuelle Serie (gezeichnet, gemalt, geschnitten, gedruckt) mit dem Arbeitstitel «Entwurzelte Köpfe» reiht sich in die Darstellung dialogisierender Figuren ein, die sich durch mein Werk zieht. Die Köpfe stellen eine fortdauernde persönliche Wesensberaubung an den Pranger, die auf eine Entblössung des Einzelnen in einer seelenlosen Metropolenwelt hinauszulaufen droht. Mein künstlerisches Anliegen manifestiert sich dahingehend, Hilflosigkeiten überwinden und menschengerechtere Ausdrucksstrukturen initiieren zu wollen.

Die Entfremdung des Menschen innerhalb unserer verdichteten sozialen Lebensräume bedeutet vielfach Verwahrlosung und Verelendung, nicht nur individueller, auch gesellschaftspolitischer Art. Wie etwa lässt sich darauf reagieren, dass wir unaufhaltsam in eine Bindungs- und Wortlosigkeit geraten, in der identitätsstiftende Raum-und Sozialerfahrungen vermehrt oder gänzlich ausbleiben? In meinen Bildfindungen, in Plastiken und Installationen spüre ich ausdrücklich solchen gesellschaftlich relevanten Fragestellungen nach.

In verflochtenen farbigen Liniengefügen - sie sind mir Ausdruck urbaner Dichte - deuten sich immer wieder menschliche Umrisse an. Kommunikative Situationen bringen Spannungsfelder hervor, die mehr oder weniger stark im Konfliktherd komplexer zeitgenössischer Welten stehen. Mit den neuen Arbeiten liegt mir daran, den Diskurs über unsere erkaltete Moderne weiter anzuheizen. Ewig aktuelle Schlagworte von ethnischen Säuberungen, von erzwungener Mobilität, von Räumen, die keinen Halt bieten, verweisen akut auf Handlungsbedarf.

Aufnahmen von János Stefan Buchwardt 2013 anlässlich meiner Einzelausstellung in der Galerie im Rank in Sirnach; Laudatio hielt Lucia Angela Cavegn, die Kuratierung machte Oliver Tschirky